HÜFTGELENKSSCHMERZEN
14
Gelenkschmerz
14.1
Schulterschmerz
14.2
Fußgelenkschmerz
14.3
Knieschmerz
14.4
Handgelenkschmerz
14.5
Hüftschmerz
Manche (die meisten) Autoren schreiben das Wort "Hüftgelenksschmerzen" (korrekterweise) nur mit 1 s (Hüf tgelenkschmerzen).
Das lateinische Wort "Coxa" bezeichnet folgende Gebilde:
die Hüfte als Körperregion
das Hüftbein (Os coxae)
das Hüftgelenk (Articulatio coxae)
In der Medizin sind mit dem Begriff Coxalg ie allerdings fast ausschließlich Hüftgelenksschmerzen gemeint.
Als "Hü fte" im Sinne der Körperregion bezeichnet man die vom Hüftgelen k und dessen Weichteilmantel geformte seitliche Körperpartie zwischen oberem Becken rand und Beginn des Oberschenkel s.
Das Hü ft gelenk ist ein sog. Napfgelenk (Articulatio cotylica) für Beuge-, Streck-, Abduktions- (= seitwärts wegführen von der Körperachse), Adduktions- (= an die Körperachse heranführen) und Kreiselbewegungen des Beine s. Die Gelenkkapsel ist durch kräftige Bänder verstärkt (die Ligamenta ilio-, ischio- u. pubofemorale).
Ca 10 % unserer stationären Patienten leiden unter chronischen Gelenkschmerzen wobei hauptsächlich die Hü fte betroffen ist. Nicht selten war bereits ein Hüftgelenkersatz (Endoprothese) vorausgegangen.
Die
häufigste Ursache für Hüftgelenksschmerzen ist die
Hüftarthrose,
eine vorwiegend degenerative (=
abnutzungsbedingte)
Gelenkerkrankung,
die (mit großen Schwankungen) erst mit zunehmendem Alter auftritt.
Bei der sog.
Coxarthrosis deformans (Arthropathia deformans) bestehen chronische, schmerzhafte,
zunehmend funktionsbehindernde Gelenkveränderungen infolge eines Mißverhältnisses
zwischen Belastung und Belastbarkeit des Gelenkknorpels.
Betroffen sind vor allem das Hü ft- und
Kniegelenk.
Die
Ausbildung einer
Arthrose
und der damit verbundenen
Hüftgelenksschmerzen kann durch mehrere
Faktoren begünstigt werden. So z.B. bei Vorschädigungen infolge eines Unfalls,
durch eine eigenständige
Gelenksentzündungen, oder auch durch eine
permanente Fehlbelastungen z.B. bei Fehlstellung der
Beine (X-
oder O-Be ine).
Zur Prävention (= Vorbeugung)
einer
Arthrose
und der damit verbundenen
Hüftgelenksschmerzen
sollten deshalb präarthrotische
(= einer Arthrose vorausgehenden,
eine
Arthrose
begünstigende)
Deformitäten (=
Fehlbildungen)
beseitigt werden.
Eher selten können auch
Tumore
zu
Hüftgelenksschmerzen führen, meist geht
diese von der Innenhaut der
Gelenkkapsel (Membrana synovialis) oder von der Gelenkkapsel selbst aus.
An gutartigen Tumoren kommen vor:
Lipome (= Fettgewebsgeschwulste),
Fibrome (= Bindegewebsgeschwulste) oder
Hämangiome (= Wucherungen von Blutgefäßen).
Bösartig
ist das maligne Synovialom.
Zu
Hüftgelenksschmerzen kommt es auch bei
einer
Gelenkentzündung infolge einer Systemerkrankung. I.d.R.
sind dann aber mehrere
Gelenke betroffen. Als Ursache dominieren
rheumatische
bzw. rheumatoide (= rheumaähnliche)
Prozesse.
Im Jugendalter können
Gelenksschmerzen
bzw.
Hüftgelenksschmerzen
im Rahmen einer systemischen juvenilen chronischen
Arthritis (Still Syndrom) auftreten,
eine meist symmetrisch verteilte
Polyarthritis (=
Entzündung in mehreren
Gelen ken).
Begleitende Krankheitszeichen sind Fieber, Milz- und Lebervergrößerung sowie
Lymphknotenschwellungen.
Bei oder nach Infektionskrankheiten (z.B. Masern, Mumps, Röteln, Windpocken)
kann es ebenfalls zu einem
Gelenkschmerz
und damit auch zu einer zu
Hüftgelenksschmerzen
kommen, die sog. parain fektiösen
reaktiven
Arthritiden
(=
Gelenkentzündungen).
Therapie bei Hüftgelenksschmerzen:
Chronische (= länger als drei Monate bestehende) Hüftgelenksschmerzen führen wie jede andere chronische Schmerzkrankheit zu einer Art Überreizung der Schmerz nerven. Unser Körper funktioniert nach dem Prinzip, dass das, was häufig im Körper passiert, durch den Organismus unterstützt bzw. auch verstärkt wird. Leider gilt dies auch für Hüftgelenksschmerzen. Dies führt bei Dauerschmerzen zu einer Veränderung der schmerzleitenden Ner ven dahingehend, dass selbst ein geringer Reiz als starker Schmerz weitergeleitet wird.
Je nach Schmerz ursache gibt es meist eine auf die Grundkrankheit abgestimmte Therapie (z.B. bei zu starker Abnutzung ein chirurgischer Hüftgelenksersatz). Manchmal ist es aber noch zu früh für eine Operation oder die Hüftgelenksschmerzen dauern trotz der Operation an. Dann sind allgemeine schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt, die oft bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen sind, da sie sich nach dem Schmerz und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach seiner Ursache richten. Chronische (= länger als drei Monate bestehender) Hüftgelenksschmerzen erfordern praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren. Die bei Hüftgelenksschmerzen üblichen Therapieverfahren der Speziellen Schmerztherapie sind:
Medikamentöse
Schmerzbehandlung:
Akut
(= plötzlich einsetzend, heftig) und
subakut (= eher schleichend verlaufend) können bei
Hüftgelenksschmerzen
zunächst (vorwiegend)
peripher wirkende
Analgetika
(= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale
Antirheumatika (=
Rheumamittel),
aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®).
Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2
Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®),
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib
und
Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere
Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren
schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch Muskelrelaxanzien
(= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B.
Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden.
Manchmal sind aber die Schmerzzustände nur
mit zentralwirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N®
oder gar Morphin)
(= im Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel) beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber auch bei
Hüftgelenksschmerzen eine längerfristige
Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar
Schmerzmittelabhängigkeit
vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch
bei chronischen
Schmerzen wirksam) (z.B.
Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmi
ttel einzusparen.
Therapeutische
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika):
Indem man die am Schmerzgeschehen beteiligten Ner ven
für eine längere Zeit möglichst
mehrfach täglich mit einem örtlichem Betäubungsmittel betäubt,
„beruhigt“ man diese Ner ven
und der Körper kann die Hüftgelenksschmerzen wieder bis zu einem gewissen Grad „verlernen“. Zudem können Spritzen mit
einem örtlichem
Betäubungsmittel bei Hüftgelenksschmerzen
helfen, die
Muskulatur
zu
entkrampfen und damit die Krankengymnastik zu erleichtern.
Bei
Hüftgelenksschmerzen
sind häufig auch
Katheterverfahren
sinnvoll. Hierbei wird über einen dünnen Kunststoffschlauch, der in örtlicher
Betäubung dicht an den schmerzleitenden Nerv gelegt wird, mehrfach täglich ein
örtliches Betäubungsmittel eingespritzt. Das örtliche Betäubungsmittel wird
dabei so verdünnt, dass die Muskelkraft weitgehend erhalten bleibt bei
gleichzeitiger deutlicher Schmerzlinderung und guter Muskelentspannung und so
begleitend eine sinnvolle Krankengymnastik möglich ist, bzw. oft erst möglich
wird.
Die das Hü ftgelenk versorgende Ner ven
stammen aus dem sog. Pl exus lum balis (=
Nervengeflecht der
Lende). Dieser
Plexus kann über den Nervus femora lis
(=
vorderer Oberschenkelnerv),
der selbst dem Pl exus lum balis entstammt, betäubt werden. Der dünne
Kunststoffschlauch (Katheter) wird deshalb etwas unterhalb der
Leiste
an den vorderen Oberschenkel
nerv gelegt, und zwar genau in dessen Nervenscheide (=
Gewebsumhüllung der Nervs).
Während nun das verdünnte, örtliche Betäubungsmittel mehrmals täglich in
den Katheter eingespritzt wird, wird der Oberschen kel mit einer Manschette
unterhalb der Kathetereinstichstelle abgestaut. Auf diese Weise wird das
eingespritzte örtliche Betäubungsmittel innerhalb der Nervenscheide nach oben
„getrieben“ und betäubt dann zusätzlich den Pl exus lum balis und damit auch
das Hü ftgelenk.
Wenn Hüftgelenksschmerzen beiderseits
bestehen, wird man eher die epidurale (=
rückenmarknahe)
Betäubung mit Katheter durchführen.
Ner venblockaden haben darüber hinaus einen sehr günstigen Nebeneffekt. Durch die gleichzeitige Blockade vegetativer Nervenfaseranteile (= Ner ven des unwillkürlichen Nervensystems) kommt es im korrespondierenden Gewebebereich zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jedem entzündlich / degenerativen Prozeß nachhaltig entgegenwirkt. In diesem Sinne ist bei Hüftgelenksschmerzen aufgrund einer Art hrose oder Arthritis diese Behandlung nicht nur symptomatisch (= nicht nur auf den Schmerz gerichtet), sondern auch kurativ (= heilend).
Wenn chronische Hüftgelenksschmerzen längerfristig bestehen, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
Weitere
schmerzhafte Gelenke:
Knieschmerzen
Schultergelenkschmerzen
Fußgelenkschmerzen
Handgelenkschmerzen
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Aktualisiert: 10.09.2006
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Schmerz im Abdomen,
Schmerz nach Amputation,
Schmerz im Bauch,
Schmerz der Beine,
Schmerz in der Bauchhöhle,
Schmerz im Becken,
Schmerz im Bein,
Schmerz in den Beinen,
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Berührung,
Schmerz bei
Berührungen,
Schmerz bei Bewegung,
Schmerz bei
Bewegungen,
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Schmerz der Eingeweide,
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Schmerz in den
Fersen,
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Schmerz in der Harnblase,
Schmerz in der Hüfte,
Schmerz in den
Hüften,
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Schmerz im Kiefer,
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Schmerz im Knie,
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Kniegelenk,
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Schmerz im Kreuz,
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Schmerz im
Steißbein,
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Unterbauch, Schmerz bei
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